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Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt  |  E-Mail: rathaus@altenstadt-vg.de  |  Online: http://www.altenstadt-vg.de

Geschichte von Markt Altenstadt

Es ist nicht urkundlich belegt, wann die ersten Häuser in den Orten der ehemaligen Herrschaft Illereichen entstanden sind, so dass über die früheste Geschichte dieser Gegend nur Vermutungen angestellt werden können.

 

Den Überlieferungen des römischen Geschichtsschreibers Tacitus zufolge haben die Germanen weder Dörfer noch Städte gekannt, sondern nur in Einzelhöfen gelebt. Auch im Gebiet der ehemaligen Herrschaft Illereichen findet man hie und da noch heute Anhaltspunkte dieser Siedlungsform, obwohl im Lauf der Zeit durch häufige Veränderungen so manche Spur verwischt wurde.

 

Am westlichen Teil der Herrschaft wurden weite Gebiete von Zeit zu Zeit von der Iller überflutet. Die einwandernden Alemannen nahmen anfangs wohl nur Besitz von bereits urbar gemachtem Land im Bereich der alten Illerstraße. Für die damals geringe Anzahl genügte sicher der vorhandene herrenlose Boden. Der Name der Siedlungen Ober- und Unter-"Minderaichheim" verrät deutlich, dass die Siedlungen bei den Eichenwäldern der Hügelhalde lagen.Die früheste Erwähnung der Edlen von Aichheim erfolgte in der Urkunde vom 26. März 1128, ausgestellt im Grafenthing zu Illertissen unter Vorsitz des Grafen Eberhard von Kirchberg. Unter den sieben freien Zeugen tritt Adalbert von Aichheim auf. Die Edelfreien von Aichheim errangen im 12./13. Jahrhundert eine bedeutende Stellung im schwäbischen Adel, waren jedoch nicht Ministerialen der Tübinger Pfalzgrafen.

 

Nach dem Tod des letzten Aichheimers, Berthold (1330), gelangte die Herrschaft Aichheim an Konrad von Rechberg, der die Tochter Bertholds, Luitgard, geheiratet hatte. Dabei nahm er auch Besitz von der bereits bestehenden Burg Aichheim. In der Folgezeit bekamen die Herren von Rechberg mehrere Herrschaften zwischen Iller und Lech in ihre Hand. Als Zentrum ihres neuen Aichheimer Herrschaftsgebietes erbauten sie sich in den Jahren 1420 bis 1460 eine mächtige Burg und legten östlich von ihr eine Handwerkersiedlung an, die den Namen Oberaichheim übernahm.

 

Die von der Herrschaft verlassene, alte Siedlung bei der Mönchsburg heißt fortan die "Alte Stadt", woraus sich der heutige Ortsname Altenstadt ableitet. Diese Siedlung, einst Herrschersitz, führte fortan als kleines Dörfchen ein ländliches Leben wie die anderen kleinen Siedlungen um den neuen Mittelpunkt Übereichen, der heute den Namen Illereichen führt. Der neue Ort Illereichen nahm eine rasche Aufwärtsentwicklung und war schon bald mehr als doppelt so groß wie Altenstadt.Etwa bis zum Jahr 1700 blieb Altenstadt nur ein verträumtes Bauerndorf abseits der Landstraße.

 

Der heutige Ortskern, das Geschäftszentrum an der Staatsstraße 2031, entstand erst um 1720. Damals wurden außerhalb der christlichen Siedlung für die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts vereinzelt, ab 1718/19 in größerer Zahl im Illereicher Herrschaftsgebiet auftauchenden Juden in Altenstadt mehrere Häuser errichtet, die den Judenfamilien mietweise überlassen wurden. 1721 erwarben die Juden von der Herrschaft durch Kauf das Recht, Streitigkeiten in ihren Reihen selbst zu schlichten; ein Jahr später erhielten sie auch die Genehmigung zum Bau einer Synagoge. Allmählich wuchs die Altenstadter Judengemeinde zu einer selbstständigen Gemeinschaft neben der christlichen Doppelgemeinde Illereichen-Altenstadt, obgleich sie nur wenige Freiheiten und Rechte besaß.

 

Um diese Zeit befand sich die Herrschaft Illereichen im Besitz der westfälischen Grafen von Limburg-Styrum, die ab 1677 fast ein Jahrhundert regierten. 1772 erwarb der Reichsgraf und spätere Fürst Karl von Palm die Herrschaft um 450000 Gulden. Dieser verkaufte den Besitz 1788 für 750000 Gulden an Fürst Johann Nepomuk Josef von Schwarzenberg, von dem er 1789 an seinen Sohn Josef überging. In dessen Regierungszeit kam die Herrschaft Illereichen 1806 unter die Landeshoheit Bayerns.

 

1833, kurz vor seinem Tod, verkaufte Fürst Josef von Schwarzenberg Illereichen an den bayerischen Staatsminister Maximilian Graf von Montgelas, der 1834 Gerichtsbarkeit und Grundgefälle dem König von Bayern überließ. (Wer sich für die Vergangenheit von Altenstadt interessiert, hat die Möglichkeit, sich verschiedene Chroniken in der Markt- und Pfarrbücherei auszuleihen.)

 

Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Christa-Chronik herunterzuladen:

 

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